Die Notwendigkeit, ein Compliance-System von Grund auf aufzubauen, dürfte sich eher selten stellen.
Häufiger und dringlicher dürfte es sein, bestehende Compliance-Management-Systeme und die damit verbundenen Prozesse auf ihre Angemessenheit und Wirksamkeit sowie auf ihre Effizienz und Aktualität zu überprüfen.
Hierbei hilft neben bekannten Standards wie dem IDW PS 980 der kürzlich veröffentlichte Standard DIN SPEC 91524, der als praxisorientierte Orientierungshilfe für das Compliance-Management in kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) dient. Da diesen Unternehmen oft Ressourcen fehlen, um den stetig steigenden gesetzlichen Anforderungen gerecht zu werden, bietet der Leitfaden einfache und praktikable Lösungen.
Gerne führen wir in Ihrem Unternehmen eine Prüfung nach DIN SPEC 91524 durch, indem wir unternehmensspezifische Compliance-Risiken oder potentielle Schwachstellen identifizieren, geeignete Präventions- und Aufdeckungsmaßnahmen bestimmen und gemeinsam mit Ihnen risikoangemessen implementieren. Auf dieser Grundlage bewerten wir den aktuellen Compliance-Status Ihres Unternehmens und helfen, gezielt etwaige Schwachstellen zu beheben. Das Ziel ist es, die Rechtssicherheit zu stärken, ohne die betriebliche Effizienz einzuschränken.
Typische Compliance-Risiken von KMU
Arbeitsstrafrecht (Arbeitszeit, Betriebssicherheit, illegale Beschäftigung, Lohnsteuer und Sozialversicherungsbeiträge, Mindestlohn, Arbeitnehmerüberlassung)
Arbeitsrechtliche Compliance-Risiken umfassen Verstöße gegen Arbeitszeitregelungen, Betriebssicherheitsvorschriften, illegale Beschäftigung, Lohnsteuer- und Sozialversicherungsbeiträge sowie Mindestlohnvorgaben. Diese Risiken können durch gute und sorgfältig aufgestellte Personal- und Beschaffungsprozesse, regelmäßige Compliance-Schulungen und bei Bedarf auch interne Audits minimiert werden. Durch eine gute Analyse Ihres Status-quo, der für Sie relevanten gesetzlichen Vorgaben und Berücksichtigung Ihrer unternehmerischen Bedürfnisse können solche Risiken in der Regel frühzeitig adressiert und gut gelöst werden.
Außenwirtschaftsrecht (Exportkontrolle, Kapital- und Zahlungsverkehr, Embargoverstöße)
Im Bereich des Außenwirtschaftsrechts sind Exportkontrollen sowie Kapital- und Zahlungsverkehrsregelungen von größter unternehmerischer Bedeutung. Verstöße können zu erheblichen Bußgeldern und einem enormen Reputationsverlust führen. Ein effektives Compliance-Management umfasst hier die Implementierung von guten Kontrollmechanismen und die gezielte Schulung Ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
Datenschutz (Verarbeitung personenbezogener Daten)
Die Verarbeitung personenbezogener Daten unterliegt bekanntermaßen strengen gesetzlichen Vorgaben. Datenschutzverletzungen können hohe Bußgelder und Schadensersatzforderungen nach sich ziehen und das Vertrauen Ihrer Kunden und Stakeholder nachhaltig beeinträchtigen. Eine gute Datenschutz-Compliance umfasst daher unter anderem die Erfassung und Analyse aller relevanten Daten, die Erstellung umfassender Dokumentationen sowie die Optimierung der betroffenen internen Prozesse. Ein vertrauenswürdiger Umgang mit personenbezogenen Daten stärkt Ihr Unternehmensimage und bietet einen nicht zu unterschätzenden Wettbewerbsvorteil.
Geheimnisschutz
Das Geschäftsgeheimnisgesetz (GeschGehG) ist ein zentrales Regelwerk zum Schutz vertraulicher Unternehmensinformationen. Es schützt Betriebs- und Geschäftsgeheimnisse vor unbefugtem Zugang, unbefugter Nutzung und Offenlegung durch Dritte. Unternehmen müssen nachweisen, angemessene Geheimhaltungsmaßnahmen umgesetzt zu haben, damit ein wirksamer Rechtsschutz nach dem Gesetz besteht. Können Unternehmen nicht nachweisen, sich proaktiv um den Schutz ihrer Geheimnisse gekümmert zu haben, droht der Verlust dieses Rechtsschutzes. Ein effektiver Geheimnisschutz ist daher ein wesentlicher Baustein eines modernen Compliance-Management-Systems (CMS) und zentral für den Schutz Ihres Know-hows und damit auch Ihrer Wettbewerbsfähigkeit.
Geldwäsche
Geldwäsche ist die Verschleierung illegaler Herkunft von Vermögenswerten. Das Geldwäschegesetz verpflichtet bestimmte Unternehmen, insbesondere Banken, Finanzdienstleister, Güterhändler und Immobilienmakler zur Einführung eines geeigneten Risikomanagements sowie zur Identifizierung und Überwachung ihrer Geschäftspartner (Know-Your-Customer-Prinzip). Zu den wesentlichen Pflichten gehören entsprechende Risikoanalysen, interne Sicherungsmaßnahmen, Dokumentationen, Datenaufbewahrung und die Abgabe von Verdachtsmeldungen bei auffälligen Transaktionen. Verstöße gegen diese Vorgaben können zu empfindlichen Sanktionen durch die Aufsichtsbehörden führen. Daher ist eine lückenlose Umsetzung Pflichten in diesem Bereich unerlässlich. Eine systematische Analyse Ihrer Risikoexposition, die Festlegung klarer Verantwortlichkeiten (z.B. durch Bestellung eines Geldwäschebeauftragten), kluge und regelmäßig geprüfte Präventionsmaßnahmen, gute Prozesse und Kontrollen sowie ein effektives Meldeverfahren für Verdachtsfälle sind hier nicht nur Pflicht, sondern sichern auch die Integrität Ihres Unternehmens nachhaltig und schützen vor Haftungs- und Reputationsrisiken.
Cyber-Risiken
Cyber-Risiken und Erpressungen nehmen mit dem wachsenden Einsatz von KI am Arbeitsplatz bei gleichzeitiger Verschärfung der geoplitischen Lage zu – mit teils fatalen Folgen für Unternehmen. Eine gute Cyber-Compliance setzt in diesem Bereich auf eine umfassende Analyse der bestehenden Risiken, gute technische Schutzmaßnahmen, regelmäßige Überprüfungen und ein schnelles Reaktionsvermögen im Ernstfall. Eine gute Vorbereitung auf verschiedene Notfallszenarien, gut abgestimmte und im Idealfall auch getestete Krisenpläne sowie der Abschluss einer Cyberversicherung können im Ernstfall existenzsichernd sein.
Korruption (im privaten Geschäftsverkehr, sowie bei Amts- und Mandatsträgern)
Korruption, sowohl im privaten Geschäftsverkehr als auch gegenüber Amts- und Mandatsträgern (national wie international), stellt bei Unkenntnis der geltenden Regeln und Best Practices in diesem Bereich ein erhebliches Risiko dar. Compliance-Risiken in diesem Bereich begegnen Sie am wirksamsten durch klare Anti-Korruptions-Regeln zum Umgang mit Einladungen und Geschenken, transparente Genehmigungsverfahren und regelmäßige Schulungen als integraler Bestandteil Ihres Compliance-Management-Systems.
Lieferkettenhaftung (Kinderarbeit, Zwangsarbeit, sichere Arbeitsbedingungen, Umweltverschmutzung)
Das deutsche Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz (LkSG) verpflichtet Unternehmen, menschenrechtliche und umweltbezogene Sorgfaltspflichten in ihren Lieferketten zu erfüllen. Dies umfasst die Identifizierung und Bewertung von Risiken, die Implementierung von Präventions- und Abhilfemaßnahmen sowie die Einrichtung eines Beschwerdeverfahrens. Typische Compliance-Risiken in diesem Kontext umfassen Menschenrechtsverletzungen, Umweltverstöße und Reputationsrisiken durch negative Berichterstattung. Um diese Risiken zu vermeiden, sollten Unternehmen regelmäßige Risikobewertungen durchführen, Präventions- und Abhilfemaßnahmen implementieren sowie ein Beschwerdeverfahren einrichten, das es Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, aber auch Geschäftspartnern und anderen Stakeholdern ermöglicht, Verstöße anonym zu melden. Viele der erforderlichen Maßnahmen zur Umsetzung der gesetzlichen Pflichten können mit anderen Elementen eines Compliance-Management-Systems (Risikoanalyse, Hinweisgebersystem, Know-Your-Customer-Prozesse) verbunden werden. Eine gute Analyse Ihres Lieferantenportfolios und die Einbindung Ihrer Geschäftspartner in die Umsetzung vereinfacht Ihre Compliance-Prozesse hier in der Regel sehr.
Umweltstrafrecht
In Deutschland sind Unternehmen verpflichtet, umweltbezogene Vorschriften einzuhalten, um negative Auswirkungen auf die Umwelt zu minimieren. Typische Compliance-Risiken im Umweltrecht umfassen Verstöße gegen Emissionsgrenzwerte, unsachgemäße Entsorgung von Abfällen und illegale Abholzung. Um diese Risiken zu vermeiden, sollten Unternehmen regelmäßige Umweltprüfungen durchführen, umweltfreundliche Technologien einsetzen und Schulungen für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu den für Ihr Unternehmen relevanten und spezifischen Themengebieten anbieten. Um die Einhaltung der Umweltvorschriften und die kontinuierliche Verbesserung der Umweltleistung sicherzustellen, können Unternehmen zudem einschlägige ISO-Zertifizierungen anstreben (z.B. ISO 14001 und ISO 50001). Indem Sie diese, in der Umsetzung eher operativ-technisch geprägten Managementsystems in Ihr Compliance-Management-System integrieren (z.B. als Integrierte-Management-Systeme (IMS)) oder die Systeme gut miteinander verzahnen, gewährleisten Sie nicht nur die Einhaltung gesetzlicher Compliance-Vorgaben, sondern heben auch Prozess-Effizienzen schonen auch Ihre unternehmensinternen Ressourcen.
Wettbewerbs- und Kartellrecht
Das Kartellrecht verbietet Vereinbarungen zwischen Unternehmen, die den Wettbewerb einschränken oder verfälschen könnten (z.B. Preisabsprachen, Marktaufteilungen oder Absprachen zu Absatzmengen). Das Wettbewerbsrecht (oder Lauterkeitsrecht) verbietet unlautere Geschäftspraktiken. Die Art und Weise, wie sich Ihr Unternehmen und Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Markt verhalten, sich mit Kooperationspartnern oder in Verbänden austauschen, birgt daher erhebliche Haftungsrisiken. Bei Verstößen drohen Bußgelder von bis zu 10 % des Jahresumsatzes auf Konzernebene, auch die handelnden Personen können bebußt werden. Daneben droht ein erheblicher Reputationsverlust. Eine gutes Compliance-Management-System umfasst daher regelmäßige Risikoanalysen sowie ein System zur Erkennung und Meldung möglicher Verstöße. Die regelmäßige Schulung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, v.a. aus den Beschaffungs- und Innovationsbereichen des Unternehmens, sowie von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die für Sie in Branchenverbänden aktiv sind, sind in diesem Feld ein absolutes Muss.
MeToo-Fälle
Die MeToo-Bewegung hat seit geraumer Zeit den Umgang mit Verdachtsfällen von sexuellen Übergriffen in deutschen Unternehmen grundlegend verändert und damit Handlungsbedarf in Bezug auf die Prävention und Aufklärung von Verdachtsfällen erzeugt. Gerne beraten wir Sie zu den Besonderheiten und Fallstricken dieser heiklen Untersuchungen, die insbesondere für die Reputation des Unternehmens von großer Bedeutung sind.
Cyber-Risiken und Erpressungen
Cyber-Risiken und Erpressungen nehmen mit dem wachsenden Einsatz von KI am Arbeitsplatz bei gleichzeitiger Verschärfung der geoplitischen Lage zu – mit teils fatalen Folgen für Unternehmen. Eine gute Cyber-Compliance setzt in diesem Bereich auf eine umfassende Analyse der bestehenden Risiken, gute technische Schutzmaßnahmen, regelmäßige Überprüfungen und ein schnelles Reaktionsvermögen im Ernstfall. Eine gute Vorbereitung auf verschiedene Notfallszenarien, gut abgestimmte und im Idealfall auch getestete Krisenpläne sowie der Abschluss einer Cyberversicherung können im Ernstfall existenzsichernd sein.
KI-Compliance (z.B. EU-Gesetz zur künstlichen Intelligenz – „EU AI-Act“ und KI-VO)
Die rasante Entwicklung der „Künstlichen Intelligenz“ wird durch den EU AI Act (KI-VO) erstmals umfassend reguliert und verpflichtet Unternehmen jeder Größe – auch außerhalb Europas – zu einem strengen, risikobasierten Compliance-Management. Verstöße gegen diese neuen Vorschriften können mit empfindlichen Bußgeldern von bis zu 35 Millionen Euro oder 7 % des weltweiten Jahresumsatzes geahndet werden. Wir unterstützen Sie dabei, Ihre KI-Systeme nach Risikoklasse zu bewerten und die notwendigen Governance- und Cybersicherheitsmaßnahmen zu implementieren, um Ihr Unternehmen vor diesen erheblichen Haftungsrisiken zu schützen.
Ihre Vorteile auf einen Blick
- Erfüllung der Compliance-Pflichten sowie der Compliance-Organisationsverantwortung
- Bestätigung der Compliance-Standards gegenüber internen / externen Stakeholdern
- Vermeidung von Compliance-Fällen